
Bisher kommen in Bahn-Klimaanlagen zumeist die Kältemittel
R134a sowie R407c zum Einsatz. Bei diesen handelt es sich um
Fluor-Kohlenwasserstoffe (FKW und H-FKW). Solche Kältemittel sind zwar bereits
wesentlich umwelt-freundlicher als die durch das Montreal-Protokoll von 1987
verbannten FCKW/HFCKW Kältemittel und besitzen kein Ozonabbaupotential, jedoch
besitzen Sie nach wie vor ein erhebliches Treibhauspotenzial und tragen somit
zur Erderwärmung bei.
Vor dem Hintergrund weltweiter Anstrengungen für
Klimaschutz richtet sich daher ein verstärktes Interesse der Umweltpolitik auf
den Austausch dieser Kohlenwasserstoffe durch natürliche Kältemittel. Da diese
im Gegensatz zu synthetischen Kältemitteln nicht zum Abbau der Ozonschicht
beitragen und entweder keinen oder nur einen sehr geringen direkten Einfluss auf
den Treibhauseffekt haben, sind sie unter Klimaaspekten konkurrenzlos.
Auch unter wirtschaftlichen Aspekten rechnet sich der Einsatz
natürlicher Kältemittel. Die Kältemittel selbst sind sehr preisgünstig, was sich
bei der Erstbefüllung einer Anlage, aber auch unter dem Aspekt von
Leckageverlusten positiv auf die laufenden Kosten auswirkt. Darüber hinaus sind
natürliche Kältemittel hocheffizient und ihre Entsorgung ist sehr kostengünstig. |
Die Spitzenposition unter den in der Diskussion befindlichen natürlichen
Kältemittel im Bereich der mobilen Klimatisierung nimmt dabei das Kältemittel
CO2 (R744) ein. Nach Untersuchung zahlreicher Alternativen zu derzeit
verwendeten Kältemitteln, haben sich beispielsweise die Unternehmen der
deutschen Automobilindustrie darauf verständigt, als weltweit erste Unternehmen
der Automobilindustrie R744 (Kohlendioxid) zukünftig in Fahrzeugklimaanlagen
einzusetzen.
Durch eine solche Maßnahme, kann der direkte
Treibhauseffekt einer Klimaanlage gegenüber R134a beispielsweise um den Faktor
1.300 reduziert werden.
Weitere Vorteile von CO2 betriebenen
Klimaanlagen sind die äußerst kompakten Abmessungen der Systeme auf Grund der
hohen volumetrischen Kälteleistung von CO2, sowie die Tatsache, daß das
Arbeitsmedium CO2 durch seine thermo-dynamischen Eigenschaften eine besonders
intensive Wärmepumpenfunktion erlaubt. Ein Umstand, der solche Klimaanlagen
gerade im Bahnbereich für einen Einsatz als Wärmepumpe zu Heizzwecken
prädestiniert.
Als einer der Pioniere dieser Technik befasst sich der in
der Nähe Stuttgarts angesiedelte Kältemaschinenhersteller Bock bereits seit
Anfang der 1990er Jahre mit der Entwicklung von Kältemittelkompressoren für den
Einsatz von CO2 in Kälte-/Klimaanlagen.
Auf der diesjährigen Innotrans
präsentiert das Unternehmen mit dem Radialkolben-Verdichter RKX erstmals eine
äußerst kompakte Lösung für den Einsatz von CO2 in der Bahnklimatisierung, die
bereits in ersten Zügen zur Erprobung zum Einsatz kommt und nach DIN EN 61373
für den Bahneinsatz zertifiziert ist.
Die Bock Kältemaschinen GmbH
beliefert bereits seit Jahrzehnten namhafte Zug- sowie Klimaanlagenhersteller
mit Kältemittelkompressoren und ist darüber hinaus einer der weltweiten
Marktführer im Bereich mobiler Kühlung und Klimatisierung. |